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cider
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18.06.2009, 16:26
Beitrag: #1
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sex ist überall versteckt
die kinder spielen tischfussball auf stühlen peter pan und das schlafhindernis reizüberflutung und blasendruck physiker und mathematiker auf der sommerparty kann wein nicht widerstehen pull drei kleine gläser alles ist gross und weit hier in berlin pekannusskuchen nach zuckerabstinenz nusssalat freches fräulein grinst frau mit allerhand beinen gott im auto fussgymnastik auf toilette kalte dusche immerdar verfahren pasewalker strasse kann nicht lesen muss auf strasse gucken 120 auf der autobahn berauschende kleine wälder laden ein zum schlaf und trunkener freiheit vom beerenschmaus und waschen im bach nicht reinfinden in party die bank perfekt für aussenstehende blockgrenzen hinterhofgrün sie wohnt hier grosse wohnung wie toll das sei welt am draht langeweile und schlaf kein kaffee allein lebt für geselligkeit wie lebt man hier wurstreste an mann mit einkaufswagen voller flaschen frisbee wär ich doch einer von ihnen wär ich doch einer allein wohntraum erfüllt mit acht wissenschaftlern und drei kindern kiez alkoholfrei studentenfutter saubere toilette von grosser freiheit nichts gespürt dafür vorfreude vielleicht man allein sein muss auf wanderschaft alte deutschlehrerin gefunden und ihre grünen augen alles ist festgefahren er muss was ändern gelber gummiball kleine hütte für kinder ob ich da schlafe heute nacht kaffee assimiliert medis vergessen verloren gehen in berlin die rede mit dem alkohol könnte alles vorbei sein weil freiheit unerreichbar bin längst in den fängen von gott und teufel |
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18.06.2009, 22:25
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2009 23:44 von kalle.)
Beitrag: #2
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RE: cider
Hallo Beschleunigung444, erst mal der Dank fürs veröffentlichen und der grobe Umriss der textstruktur: teil1: sex bis mathematiker ergeht sich überwiegend in Allgemeinplätzen, danach kommt Deine persönliche Schilderung der Berliner Luft incl. der bewußt ambivalenten Coda. Warum passt das alles für mich zusammen ? Weil es ein authentischer, amateurhafter Stil ist, dem ich Einiges nachsehen kann. Wobei das vielleicht auch daran liegt, dass der für mich am gelungenste Teil 2 den größten Textbereich ausmacht. Insgesamt gerne gelesen. VG !
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19.06.2009, 11:12
Beitrag: #3
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RE: cider
Von jemandem, der sich in den Fängen von Gott und Teufel befindet, erwarte ich mehr als eine Sammlung von Notizen, was einem Berlinbewohner so alles durch den Kopf oder durchs Leben geht. Der Text leidet an geistigen Durchblutungsstörungen, weshalb ihm die leider vergessenen "medis" in der Tat sehr gut täten, wenn es sich dabei denn um Stützstrümpfe handelt - wie ich ergoogelte.
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19.06.2009, 11:31
Beitrag: #4
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RE: cider
Hallo, beschleunigung,
Quoth hat das mit "Sammlung von Notizen" schon sehr treffend charakterisiert. Susanna schrieb neulich einen Text über vorbeifliegende Sätze. Oft sind solche Sätze, kleine skurrile oder auch alltägliche Beobachtungen, Kristallisationspunkte eines Gedichts. Worte wie Pekannusskuchen, Blasendruck oder "Tischfussball auf Stühlen" eignen sich sicher für einen collagenhaften Text, der ein bestimmtes Intellektuellenmilieu oder eine Art alternative Szene charakterisiert. Außerdem ist dein Text noch angereichert mit Selbstbeobachtungen eines verlorengegangenen Einzelgängers, der nirgends reinfindet und wohl ein Alkoholproblem hat. Diese Selbstbeobachtungen wollte ich erst kritisieren, weil sie so belanglos und sprachlich wenig prägnant daherkommen. Andererseits zeigt das gerade, dass es im Prinzip mit der Individualität gar nicht weit her ist. Im Grunde ist der einzelne Mensch belanglos und verloren. Wolltest du das zum Ausdruck bringen? Dennoch würde ich an dem Text sprachlich noch feilen und den Aufzählungen eine gewisse Form geben, etwa so: das frech grinsende fräulein die frau mit allerhand beinen der gott im auto die fussgymnastik auf der toilette die kalte dusche immerdar verfahren (kann nicht lesen muss auf strasse gucken 120 auf der autobahn) > solche Sätze würde ich streichen, weil sie den Leser bei der Länge des Textes dann doch langweilen könnten die berauschenden kleinen wälder ... |
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19.06.2009, 16:59
Beitrag: #5
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RE: cider
Ich lese noch, Beschleunigung, ich lese noch ... :)Ludwig
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20.06.2009, 16:26
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.06.2009 16:30 von Beschleunigung444.)
Beitrag: #6
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RE: cider
danke kalle für deine kritik,
was sind coda? ich hab schon wikipedia, aber keine zufriedenstellende antwort lg B raven, jeder hat seinen gott und seinen teufel lg B fenestra dass der einzelne mensch verloren ist wollte ich direkt nicht zum ausdruck bringen, nur dass ich es bin lg B ludwig, lass dich nicht abhalten zu lesen, :-) |
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20.06.2009, 23:49
Beitrag: #7
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RE: cider
wiki(musik): Schlussteil eines Musikstücks, (von mir) auf lyrik übertragen: schlusszeile. lG!
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21.06.2009, 09:14
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2009 09:15 von quoth the raven.)
Beitrag: #8
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RE: cider
cider schrieb:
"jeder hat seinen gott und seinen teufel". Da irrst Du Dich, ich habe weder den einen noch den anderen. Was ich sagen wollte mit meiner Bemerkung, ist nur, dass diese beiden großen mythologischen Begriffe, die die Welt in Gut und Böse aufspalten, dann auch einen entsprechend geordneten Text erwarten lassen - und nicht so ein banales Sammelsurium. |
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21.06.2009, 13:13
Beitrag: #9
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RE: cider
du hast ja ein merkwürdiges welt-lyrik bild quoth bezüglich meines textes,
schön dass ich es enttäuschen konnte. ebenso möchte ich mich nicht in einen dualistischen text verstricken, der wohl noch banaler wäre lg B444 |
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22.06.2009, 00:54
Beitrag: #10
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RE: cider
Zitat:dass diese beiden großen mythologischen Begriffe, die die Welt in Gut und Böse aufspalten, dann auch einen entsprechend geordneten Text erwarten lassen Das wiederum bekäme ich nun wieder gerne erläutert, begründet ... |
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22.06.2009, 18:20
Beitrag: #11
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RE: cider
nachdem ich nun nach der hälfte der ansammlungen hier die flügel streckte, fand ich alsbald dadrunter, dass offenbar keine form und kein merkwürdiges lyrikbild und keine götter daneben gewünscht seien. gut, dann sei es so.
und fort bin ich auch schon aus diesem ordner mvs http://www.schrammelbude.de http://www.labskausromantik.de |
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23.06.2009, 22:48
Beitrag: #12
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RE: cider
(18.06.2009 16:26 )Beschleunigung444 schrieb: sex ist überall versteckt Mir hat der aufzählende Text mit dem häufigsten Wort "und" Freude bereitet. Vielleicht genießt man ihn erst, wenn man wie ich relativ neu nach Berlin gekommen ist und oft das Gefühl hat, dass die Stadt einen auffrisst. Berlins unvergleichliche Größe ist echt gewöhnungsbedürftig. Den Schluss halte ich für einen schlechten Schluss und schlage vor, ihn zu streichen. Es geht im Text keineswegs um ein Verfangen in Gott und Teufel. Früher nannte man ihn Wikipedia! |
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24.06.2009, 09:51
Beitrag: #13
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RE: cider
filmsequenzen im doppelt schnellen durchlauf beschleunigt, ja, innerer monolog, dem das ordnende ich abhanden kam - mir gefallen diese satzgewitter sehr! rumorts und grollts doch ganz schön und will dem außen etwas widerstrecken mit standortbestimmung.
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25.06.2009, 12:50
Beitrag: #14
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RE: cider
danke susanna
B444 |
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